Wunder 7: Bibelarbeit 2018-01-16T15:45:51+00:00

Das siebte Wunder des Kreuzes

Laut den meisten Bibelgelehrten starb Jesus am Freitag, den 07. April 30 n.Chr. um circa 15.00 Uhr an einem Kreuz. Der Freitag neigte sich dem Ende zu und der Sabbat, auf dem auch das jüdische Passahfest fiel, näherte sich.

Um 18.00 Uhr begann der „Große Sabbat“ vor dem Passahfest und vor diesem Zeitpunkt mussten alle Leichen der Gekreuzigten entfernt sein. Einige der Mitglieder des Hohen Rates hatten Pilatus schon darum gebeten, die Kreuzigung zu beenden, indem die Unterschenkel, der Verurteilten, direkt unterhalb des Knies, mit einem eisernen Stab zertrümmert wurden, das sogenannte Crurifragium, was wörtlich ‚Beinbrecher‘ bedeutet. Meistens starb das Opfer innerhalb einer viertel Stunde, da der Verurteilte seinen Körper nicht länger aufrichten konnte, um seine Arme zu entlasten. So konnte er nicht mehr atmen und erstickte.

Die Soldaten brachen erst die Beine der Verbrecher, die dann auch innerhalb von fünfzehn Minuten durch Erstickung starben. Bei Jesus war dies überflüssig. Er war bereits gestorben. Dennoch stach einer der Soldaten mit einem Speer in Jesu Seite. Sofort floss Blut und Wasser heraus. In dem Augenblick erfüllte sich eine Prophetie, die bereits Jahre zuvor vorhergesagt war: „Er bewahrt ihm alle seine Gebeine, dass nicht eines von ihnen zerbrochen wird.“ (Psalm 34, 21 SLT). Und: „Er bewahrt ihm alle seine Gebeine, dass nicht eines von ihnen zerbrochen wird. …“ (Sacharja 12, 10 SLT)

Weshalb der Speer?
Ich weiß nicht, ob du je darüber nachgedacht hast: Warum durchstach der römische Soldat mit seinem Speer den Körper Jesu? Jeder, der dabeistand, konnte doch sehen, dass er bereits gestorben war. Was machte es für einen Sinn, ihn nochmal zu durchstechen, wenn er doch schon tot war? Wofür war dies, um Himmels Willen, gut?

Genau wie die Geißelung und die Krönung mit der Dornenkrone fand das Durchstechen seiner Seite nicht aus Versehen statt. Es waren Stück für Stück prophetische Handlungen, hunderte von Jahren zuvor vorhergesagt, durch Gott gewollt und eingegeben und ausgeführt durch sündige römische Soldaten. Mit diesen prophetischen Handlungen will der große Regisseur deutlich machen, was das Wunder des Kreuzes für uns bedeutet. Jesus hing an unserer Stelle am Kreuz. Gott wollte, dass man Jesus, nachdem er für unsere Sünden gestorben war, durchstach. Damit sollte uns verdeutlicht werden, dass in dem Augenblick unsere sündige Natur aufhörte zu bestehen. In dem Moment, in dem der Speer die Rippe Jesu traf, starb unsere sündige Natur, unser alter Mensch. Das Blut Jesu erlöst uns von unseren Sünden. Das Kreuz erlöst uns von unserer sündigen Natur. Jesus rechnete nicht nur mit unseren Sünden ab, sondern auch mit unserer sündigen Natur, so dass wir aufs Neue geboren werden können. Und das ist ein übernatürliches, mit dem Verstand nicht zu erfassendes Wunder.

In dem Augenblick, in dem einer der Soldaten sein Speer in die Seite Jesu stach, kam direkt Wasser und Blut heraus (Johannes 19, 34). Der Beginn einer Geburt fängt immer mit dem Fließen von Wasser und Blut an. Als das Wasser und das Blut aus Jesu Körper strömten, war dies der Anfang unserer Wiedergeburt. Jesus brachte am Kreuz eine neue Generation von Kindern Gottes hervor. Er war nicht nur Gottes Lamm, dass die Sünde der Welt wegnimmt, er war auch eine Mutter, die neues Leben hervorbringt, indem ein neuer Mensch geboren wurde, der durch das Wunder des Kreuzes – nicht länger als ein Sklave der Sünde zu leben braucht.

Aufs Neue geboren werden
Das griechische Wort für ‚Seite‘ ist Pleura und bedeutet auch ‚Rippe‘. Dieses Geschehen um das siebte Blutvergießen Jesu, lässt mich an 1.Mose 2, 21 denken. Dort lesen wir, wie Gott aus der Rippe Adams einen neuen Menschen (Eva) schuf. So wie Gott Eva aus der Rippe Adams formte, so formt Gott einen neuen Menschen aus Jesu Seite. Wir werden durch die Seite, in der Jesus durchbohrt wurde, neu geboren; eine Art Gebärmutter. Es ist bemerkenswert, dass Jesus direkt vor seinem Sterben über die Wehen einer gebärenden Frau sprach: „Wenn eine Frau gebiert, so hat sie Traurigkeit, weil ihre Stunde gekommen ist; wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, dass ein Mensch in die Welt geboren ist.“

(Johannes 16, 21 SLT) Denselben Gedanken lesen wir in Hebräer 12, 2. Dort steht: „der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete …“ Jesus hat den langen Leidensweg ertragen, weil er uns, all die Zeit über, im Sinn hatte. Jesus hat am Kreuz durchgehalten, weil er ständig unsere Rettung vor Augen hatte. Wir waren die Freude, die für Jesus in Aussicht lag. Jesus wusste, dass wir durch sein Sterben und seine Auferstehung die Möglichkeit bekamen, ein Kind Gottes zu werden. Als Jesus am Kreuz starb, rief er dann auch aus: „Es ist vollbracht!“ (Johannes 19, 30). Dieses Wort kommt im Hebräischen von dem Stammwort ‚kalal‘. Aber wusstest du, dass das hebräische Wort für ‚Braut‘ (kallach) vom gleichen Wortstamm kommt? Kann es eventuell sein, dass Jesus während seines letzten Atemzuges an die Braut gedacht hat, für die er diesen Preis zahlte? (Alle Christen zusammen werden in der Bibel als „Braut Christi“ bezeichnet) „Du existiertest bereits in seinem Herzen, warum dann nicht auch auf seinen Lippen?“

Eine neue Schöpfung
Durch das Wunder des Kreuzes ist eine ganz neue Nachkommenschaft aus Jesus geboren, so wie Jesaja bereits vorhersagte: „Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Nachkommen sehen und seine Tage verlängern; und das Vorhaben des HERRN wird in seiner Hand gelingen.“ (Jesaja 53, 10 SLT)

Ohne das Kreuz würde das Wunder der Wiedergeburt nie in deinem Leben stattfinden können. Das Wunder des Kreuzes bringt eine total neue Schöpfung hervor: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden!“ (2.Korinther 5, 17 SLT)

Durch dein Schuld- und Glaubensbekenntnis machst du dich eins mit IHM. So bezeugst du, dass du in Christus mit gekreuzigt wurdest (Galater 2, 20). Gott nimmt dir alle Sünden und Jesus nimmt dich mit in seine Auferstehung. Du wirst, vereint mit ihm, als eine neue Schöpfung auferstehen. Durch das Wunder des Kreuzes hat Jesus dich mit sich vereint, dich einverleibt.

In Christus
Ein anderer Ausdruck für dein Eins Sein mit Christus ist „in Christus sein“. Das bedeutet, dass du in den Augen Gottes zu einer unzertrennlichen Einheit mit Christus geworden bist. Er ist in dir und du bist in Ihm! Deshalb bist du in Gottes Augen sehr wertvoll. Gott schaut dich an, wie er Jesus anschaut. Und er liebt dich genauso, wie er Jesus liebt! Paulus drückt es so aus: „Denn ihr seid alle Söhne und Töchter Gottes durch den Glauben in Christus Jesus.“ (Galater 3, 26 ZB)

Das ist das Geheimnis, wenn man in Christus ist. Ab jetzt sieht Gott dich immer als eine Einheit mit Christus. In dem Eins Sein mit Christus hat Gott dich als sein geliebtes Kind akzeptiert und angenommen. Die Bibel nennt es ‚gerechtfertigt sein‘. Paulus sagt in

2.Korinther 5, 21: „Den, der von keiner Sünde wusste, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm zur Gerechtigkeit Gottes würden.“

DAS WUNDER DER
WIEDERGEBURT